Wie funktioniert die Linsen-Implantation?

Wenn man unter sehr starker Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit (Oberbegriff Ametropie) leidet, die durch Augenlaser nicht vollständig korrigiert werden kann (Kurzsichtigkeit über -10 Dioptrien und Weitsichtigkeit über +4 Dioptrien), so ist eine Linsen-Implantation oft eine sinnvolle Überlegung um die Ametropie für immer loszuwerden. Durch die Linsen-Implantation kann die Kurzsichtigkeit sogar bis zu -25 Dioptrien und die Weitsichtigkeit sogar bis zu +10 Dioptrien korrigiert werden. Der größte Vorteil der Linsen-Implantation ist aber, dass sie bei Fehlkorrektur oder nachträglicher Veränderung der Brechkraft des Auges rückgängig gemacht werden kann.

Es gibt verschiedene Methoden der Linsen-Implantation: Die Implantation der „Artisan-Iris-Claw-Lens“ erfolgt in der Vorderkammer des Auges. Der operierende Augenchirurg hängt die Linse dabei vor der Pupille in die Iris ein. Dies ist normalerweise für den Patienten mit keinen bis wenigen Schmerzen verbunden und kann beste Ergebnisse bei der Korrektur von Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit und Astigmatismus hervorbringen.
Eine weitere Form der Linsen-Implantation ist die Einsetzung der PRK (Phakic Refraktive Lens) oder der ICL (Intraocular Contact Lens) hinter der Pupille. Diese implantierbare Kontaktlinse schwimmt quasi zwischen Irisrückseite und der Linse des Auges.

Die Problematik bei der Linsen-Implantation besteht bei der genauen Bestimmung der Stärke, Form und Position der Linse im Auge. Diese sind leider nicht so genau wie zum Beispiel eine angepasste Brille oder Kontaktlinsen. Aber in den meisten Fällen bekommt man eine Korrektur mit dem Fehler im Bereich von +/- 1 Dioptrien zustande, was zum Beispiel bei einer Kurzsichtigkeit von über -10 Dioptrien ein enormer Fortschritt ist.
Eine Linsen-Implantation ist auch dann oft eine sinnvolle Methode, wenn die natürliche Linse im Verlauf einer Kataraktoperation entfernt wird. So muss der Patient, der zuvor an Grauem Star litt, nach der Operation keine Starbrille tragen.

Die Risiken bei der Linsen-Implantation sind die allgemeinen Operationsrisiken am Auge. Besonders eine Iritis (Entzündung der Iris) ist eine häufige Komplikation, die jedoch im Regelfall bald verheilt. Hierfür können zusätzlich Augentropfen verabreicht werden.
Impressum